Gefährliche Kinderarbeit bekämpfen

Kinder, die von gefährlicher Arbeit betroffen sind, sind die stille Mehrheit der  Kinderarbeiter. Obwohl sie auf Fotos in den Medien auftauchen, werden sie letztendlich oft von Formen der Kinderarbeit in den Schatten gestellt, die eher im Blick der Öffentlichkeit stehen, wie zum Beispiel Kindersoldaten oder Betroffene des Kinderhandels. Oft werden die unterschiedlichen Tätigkeiten sogar allgemein unter dem Begriff der Kinderarbeit zusammengefasst. Immer noch zu wenige Richtlinien oder Programme sind auf die besonderen Bedürfnisse der Kinder ausgerichtet, die von gefährlicher Arbeit betroffen sind.

Dabei gibt es viele Gründe, diesem Problem Aufmerksamkeit zu schenken:

(1) das Ausmaß des Problems – Schätzungen gehen von etwa 115 Millionen Kindern aus, die derzeit von gefährlicher Arbeit bedroht sind;

(2) der jüngste Anstieg von gefährlicher Arbeit unter älteren Kindern – eine Zunahme von 20% innerhalb von vier Jahren; und

(3) der wachsende Beweis, dass Jugendliche, im Vergleich zu erwachsenen Arbeitern viel häufiger Arbeitsunfälle erleiden.

Entnommen dem Buch: “Gefährliche Kinderarbeit. Leid und Lösung.Was wir wissen – was wir tun müssen”, Hrsg. ILO

Internationale Arbeitsorganisation ILO

Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen. Sie wurde im Jahr 1919 gegründet und hat ihren Hauptsitz in Genf. Die ILO verfügt über eine dreigliedrige Struktur, die im UN-System einzigartig ist: Die 185 Mitgliedstaaten sind durch Repräsentanten sowohl von Regierungen, als auch von Arbeitnehmern und Arbeitgebern in den Organen der ILO vertreten. Schwerpunkte der Arbeit der ILO sind die Formulierung und Durchsetzung internationaler Arbeits- und Sozialnormen, insbesondere der Kernarbeitsnormen, die soziale und faire Gestaltung der Globalisierung sowie die Schaffung von menschenwürdiger Arbeit als einer zentralen Voraussetzung für die Armutsbekämpfung.
(Entnommen aus “Über uns” der Internetseite der deutschen Vertretung der ILO in Berlin, http://www.ilo.org/berlin)

Ein großer Themenbereich, mit dem sich die ILO auseinandersetzt, ist die Kinderarbeit. Einen besonderen Stellenwert nimmt hier das ILO-Programm zur Abschaffung der Kinderarbeit (IPEC) ein.

 

Mädchen sind besonders von Kinderarbeit betroffen

Es wird angenommen, dass über 100 Millionen Mädchen zwischen 5 und 17 Jahren weltweit unter Kinderarbeit leiden. Von diesen sollen mehr als die Hälfte (53 Millionen) in gefährlicher Arbeit beschäftigt sein. Besonders alarmierend ist die Tatsache, dass Mädchen einen großen Anteil der Kinder ausmachen, die in den gefährlichsten Formen von Kinderarbeit arbeiten müssen, darunter Zwangsarbeit, Schuldknechtschaft und Prostitution.

Die Mehrheit der arbeitenden Mädchen sind in der Landwirtschaft tätig, wobei auch eine große Anzahl in Dienstleistungen und kleinen Manufakturen beschäftigt sind.

(Quelle: Gebt Mädchen eine Chance. Kinderarbeit überwinden, ein Schlüssel zur Zukunft; Hrsg.: ILO: Internationale Arbeitsorganisation Genf)